Erstes «Rendez-vous» erfolgreich

Das Alter geht alle an: Ein Tête-à-Tête mit Realität und Zukunft

Der Startschuss ist gefallen. Mitte Oktober war es endlich soweit. Das erste Treffen im Rahmen der Vortragsserie «Rendez-vous» hat stattgefunden. Über 60 interessierte Personen aus der Bäcker- und Konditor- sowie der Käsereibranche und Gastronomie liessen sich von Experten wichtige komplizierte Themen wie Vorsorgeauftrag, Patientenverfügung und Gesundheit im Alter von Experten verständlich und ganz konkret näherbringen.

Das erste «Rendez-vous» fand in angenehmer Atmosphäre im Landgasthof Schönbühl statt.

«Rauchen ist eine Dummheit». Mit dieser und weiteren klaren Aussagen zog der Mediziner Dr. Rubino C. Mordasini das Publikum im Saal des Landgasthofs Schönbühl in den Bann. In seinem Referat «Solange die Gesundheit mitmacht» führte er den Leuten charmant und mit viel Witz vor Augen, wie wichtig die Gesundheit ist. «Unser Herz schlägt in 24 Stunden circa 100'000 Mal – eine Wahnsinnsmaschine», das müsse man sich einmal vorstellen, so der Internist. Und zum Herzen, unserem Motor, muss man Sorge tragen.

Die Basis: Ernährung und Bewegung
Denn die häufigste Todesursache bei Frauen und Männern gleichermassen sind, noch vor Tumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese treten vermehrt auf, wenn Risikofaktoren nicht beachtet werden. Viele von ihnen seien aber beeinflussbar: «Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht – hier kann jeder präventiv einwirken und auch sofort aktiv werden», so Mordasini. «Die Ernährungsweise zum Beispiel ist nach wie vor die gleiche wie noch vor hundert Jahren, doch die Zusammensetzung der Speisen wie auch die körperliche Belastung haben sich drastisch verändert», erläutert er. Neben der Ernährung, er empfiehlt mediterrane Kost, sollte sich jeder genügend bewegen. Mindestens zweimal pro Woche jeweils eine Stunde. Und auch die Psyche spiele bei der Gesundheit eine sehr wichtige Rolle.

Was will ich, wenn…?
Mit fortschreitendem Alter sei es auch empfehlenswert, sich Gedanken zu machen über Themen wie Wiederbelebung oder lebenserhaltende Massnahmen. Was möchte man im Falle eines Herzstillstandes? Antworten auf diese und weitere Fragen kann jeder in einer Patientenverfügung festhalten. «Gespräche mit einer Person des Vertrauens oder auch mit dem Hausarzt können da hilfreich sein, das muss niemand alleine im stillen Kämmerlein mit sich ausmachen und entscheiden», gibt Dr. Mordasini den Zuhörerinnen und Zuhörern als Tipp mit.

Nicht verdrängen und gut informieren
Sehr schnell kommt man bei Patientenverfügung, Vorsorge und Vorsorgeauftrag in den rechtlichen Bereich hinein. Hier brachte am ersten «Rendez-vous» Professor Marco Zingaro mit seinem aufschlussreichen Vortrag Licht ins Dunkel. Er doziert an der Berner Fachhochschule und ist spezialisiert auf Erwachsenen- und Kindesschutz, Kindesrecht, Alimentenhilfe, Rechtsberatung für Sozialdienste und Mandatsverantwortliche.
«Zu oft wird verdrängt, dass jeder seine Urteilsfähigkeit sehr schnell verlieren kann – sei es im Alter schleichend durch Krankheit wie Demenz oder aber ganz plötzlich beispielsweise durch einen Unfall», sagt Zingaro. Und dann käme per Gesetz, falls nicht anders vorgesehen durch einen Vorsorgeauftrag, die KESB, also die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde zum Zug. Wobei der Spezialist klar betonte, dass die KESB in jedem Fall ins Spiel komme. Dies diene der Überprüfung eines allfälligen Vorsorgeauftrags.

Wertvolle Tipps vom Experten
Der Spezialist erklärte Punkt für Punkt und an konkreten Beispielen, was bei einem vorhandenen Vorsorgeauftrag geschehe – und auch, welche Wege eingeschlagen würden, falls kein solcher vorhanden ist. Auch erläuterte er, was ganz genau in einen Vorsorgeauftrag hineinsollte, was formell verlangt wird und was sich weiterempfiehlt.

Zwei weitere interessante und lebendige Referate, die sich mit der Planung der Vorsorge und Pensionierung beschäftigten sowie ein feiner «Apéro riche», rundeten den gelungenen und gut besuchten Anlass ab. Fazit: Es gibt kein Allerweltsrezept, das für jedermann passt. Eine Zutat ist jedoch zwingend: sich über die Themen Vorsorge, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung Gedanken machen.

Bernhard Zihlmann, Direktor der SBC Treuhand Bern, begrüsste die Anwesenden und führte durch den Themennachmittag.

Professor Marco Zingaro fuchste das Publikum in die Themen Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung ein.