Au­to­ma­ti­scher In­for­ma­ti­ons­aus­tausch (AIA) von Bank- und Steuerdaten

Fast 100 Staa­ten, dar­un­ter die Schweiz, ha­ben ei­ne Ver­ein­ba­rung zur Ein­füh­rung des AIA in Steu­er­sa­chen un­ter­zeich­net. Mit­hil­fe des glo­ba­len Stan­dards für den au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch soll die grenz­über­schrei­ten­de Steu­er­hin­ter­zie­hung ver­hin­dert wer­den. Die Rechts­grund­la­gen für die Ein­füh­rung des AIA sind am 1. Ja­nu­ar 2017 in Kraft ge­tre­ten. Seit­dem sam­melt die Schweiz Da­ten, die ab 2018 erst­mals aus­ge­tauscht werden.

Der AIA-Stan­dard sieht vor, dass die Ban­ken und Ver­si­che­run­gen Fi­nanz­in­for­ma­tio­nen ih­rer Kun­din­nen und Kun­den sam­meln, so­fern die­se im Aus­land steu­er­lich an­säs­sig sind. Die In­for­ma­tio­nen wer­den der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung (ESTV) über­mit­telt, wel­che die Da­ten an die zu­stän­di­ge Steu­er­be­hör­de im Aus­land wei­ter­lei­tet. Im Ge­gen­zug er­hält sie al­le In­for­ma­tio­nen über Kon­ten, die in der Schweiz wohn­haf­te Per­so­nen im Aus­land haben.

Der Schwei­zer Fis­kus hat so­mit Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen be­tref­fend all­fäl­li­ger nicht de­kla­rier­ter Ver­mö­gen im Aus­land und kann je­ne büs­sen, die es un­ter­las­sen ha­ben, be­stimm­te Ein­kom­men oder Ver­mö­gen in ih­rer Steu­er­erklä­rung anzugeben.

Es be­steht die Mög­lich­keit ei­ner straf­lo­sen Selbst­an­zei­ge. Na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen ent­ge­hen bei der erst­ma­li­gen Selbst­an­zei­ge ei­ner Stra­fe. Sie müs­sen die letz­ten zehn Steu­er­erklä­run­gen er­neut aus­fül­len und die Nach­steu­er in­klu­si­ve Ver­zugs­zins be­zah­len. Im Erb­fall wird die Nach­steu­er auf Ein­kom­men und Ver­mö­gen, das die ver­stor­be­ne Per­son nicht de­kla­riert hat, nur für die letz­ten drei vor dem To­des­jahr ab­ge­lau­fe­nen Steu­er­pe­ri­oden erhoben.

Für ei­ne Selbst­an­zei­ge bei Steu­er­hin­ter­zie­hung müs­sen fol­gen­de Be­din­gun­gen er­füllt sein:

  1. die Hin­ter­zie­hung ist kei­ner Steu­er­be­hör­de bekannt;
  2. die steu­er­pflich­ti­ge Per­son un­ter­stützt die Ver­wal­tung bei der Fest­set­zung der Nach­steu­er vorbehaltlos;
  3. sie be­müht sich ernst­lich um die Be­zah­lung der ge­schul­de­ten Nachsteuer.

Die­ses Ver­fah­ren ist ein­zig an­wend­bar für die di­rek­te Bun­des­steu­er so­wie für die Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­steu­ern des Kan­tons und der Ge­mein­de. Al­le an­de­ren Steu­ern und Ge­büh­ren, die nicht be­zahlt wur­den (Mehr­wert­steu­ern, Ver­rech­nungs­steu­ern, Erb­schafts- und Schen­kungs­steu­ern, Grund­stück­ge­winn­steu­ern, AH­V/IV-Bei­trä­ge usw.) blei­ben mit Ver­zugs­zin­sen ge­schul­det (oh­ne Steuerbussen).

Wir emp­feh­len Ih­nen da­her, Ih­re Ver­mö­gens­wer­te im Aus­land (Ver­mö­gen, Im­mo­bi­li­en, Ein­kom­men), so­fern die­se in Ih­rer Steu­er­erklä­rung nicht de­kla­riert sind, mit­tels ei­ner Selbst­an­zei­ge zu regeln.

Falls Sie Fra­gen ha­ben, kon­tak­tie­ren Sie uns bitte!
SBC Treu­hand AG